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Die heidnischen Mysterienreligionen verschwanden, als die äußerlichen Formen der heidnischen Religionen unterdrückt und ihre Traditionen nicht länger bewahrt wurden. Eltern gaben manche Gebräuche an ihre Kinder weiter, aber über die Jahrhunderte hinweg ging manches verloren, vieles wurde geändert und neues wurde entwickelt. Diese Überbleibsel, teilweise esoterisch, durch Familien und geheime Gruppen überliefert, haben, kombiniert mit dem Studium der alten Wege, für ein reiches Fundament gesorgt, auf dem die Hexenkunst aufbaut. Riten Hexen halten Rituale in Übereinstimmung mit der Änderung der Jahreszeiten, den Ständen der Mondin und ihren persönlichen Bedürfnissen. Sie feiern acht wichtige Feste, die man Sabbats nennt. Vier davon sind Sonnenfeste: Die Tag und Nachtgleichen und die Sonnenwenden; vier andere sind keltisch/germanische Feste: Imbolc (2. Februar). Walpurgisnacht/Beltane (1.Mai),. Lammas/Erntedankfest (1. August). Winteranfang/Samhain (1. November). Für gewöhnlich feiern Hexen auch Rituale an jedem Vollmond. Man nennt sie Esbats. Nach Möglichkeit werden Wicca-Rituale im Freien ausgeführt, in einer natürlichen ruhigen Umgebung. Bei Feuerschein, Trommelklängen und einfachen Gesängen führen Hexen einfache Rituale aus um die Jahreszeiten und das Leben zu feiern. Wenn die Jahreszeiten, das Klima, oder die Örtlichkeiten uns nicht erlauben im Freien zu arbeiten, ziehen sich die Hexen in ihre vier Wände zurück. Manche Hexen haben ein bestimmtes Zimmer in ihrem Haus zum Tempel umfunktioniert, andere die nicht über soviel Platz verfügen, benutzen einen geeigneten Raum, indem sie die Möbel ein wenig beiseite rücken: Alles auf dieser Erde steht im Kontakt mit der Göttin. So kann man jede Stelle weihen um Rituale zu vollziehen. Die Rituale werden an einem geweihten Platz, dem magischen Kreis, ausgeführt. Im geweihten Kreis geschehen zwei wichtige Dinge: Die Verehrung der Götter und das Betreiben der Magie. An den wichtigsten Feiertagen des Jahres, den Sabbats, werden die Schöpfungs-, Geburts-, Toten- und Erneuerungsriten ausgeführt. Dies sind feierliche Mysterien. Jedoch gibt es im Wicca immer ein Gleichgewicht zwischen „Fröhlichkeit und Ehrfurcht“. Wenn die Verehrung, der Unterricht oder das magische Werk verrichtet sind, werden Göttin und Gott gebeten das Mahl, an dem jeder Teilnimmt zu segnen. Das ist zugleich der Anfang der Feier. In der Hexentradition sind tanzen, singen, essen, trinken und festliche Heiterkeit ein wichtiger Aspekt der Feierlichkeit. Wie schon unsere Vorfahren, glauben auch wir, daß wir diese rituellen Feste mit Unseren Göttern teilen. Darum wird immer ein Teil der Mahlzeit als Opfer dargebracht. Wenn die Festlichkeiten beendet sind, wird der Kreis aufgelöst und der ehemals geweihte Kreis wird wieder ein alltäglicher Ort. So wie die Hexen Götter verehren, so betreiben sie auch Magie. Das Zauberwirken geschieht gewöhnlich während der Esbats, den Mondfeiertagen. Hexen glauben, daß die Mondin Einfluß auf unsere Seele hat und daß der Vollmond unsere Magie verstärkt. Die Arten von Magie, die betrieben werden umfassen Heilung, Hilfe für andere Menschen um mit ihren Alltagssorgen fertig zu werden, und das Wirken zum spirituellen Wachstum der einzelnen Covenmitglieder. Was auch immer der Zweck sei: Alles Zauberwirken beinhaltet Meditation und die Bündelung von Energie zur Erlangung positiver Resultate. In vielen Traditionen kommt auch das Hellsehen und Wahrsagen mit der Kristallkugel zur Anwendung. Die meisten Hexen betrachten sich als Beschützer der natürlichen Welt und des „kollektiven Unbewußten“ und führen ihre Magie in Übereinkunft mit dieser Betrachtungsweise aus. Jede Magie wird den Ausübenden entsprechend seines Bestrebens verändern. Hexen glauben, daß jede Magie dreifach zum Absender zurückkehrt und sind daher dreifach bemüht, ihre Magie nur für positive Zwecke zu nutzen. Magie umfaßt die bewußte Führung unseres Willens, ohne direkte Manipulation der Materiellen Welt, ein Ziel zu erreichen. Durch den Gebrauch subtiler Energien oder Synchronismus (Carl Jungs Ausdruck für „Bedeutungsvoller Zufall“) können Resultate auftreten, die bis heute durch die physikalische Wissenschaft noch nicht nachgewiesen sind. Persönlicher Einfluß, Gruppeneinfluß oder eine Gottheit können beim magischen Wirken um Hilfe angerufen werden. Hexenkunst als spiritueller Weg Magische Künste werden durch die Hexen auch als tiefgehende spirituelle Disziplin benutzt. Das Ziel dieser Magie ist nicht die Transformation der äußeren Welt, sondern die Veränderung der inneren Welt, dem Geist und der Seele der Hexe. Viele Hexentraditionen betreiben Einweihungsriten, die entworfen sind, um uns spirituell erwachen zu lassen und uns mit dem göttlichen Zentrum in uns zu vereinigen. Die Einweihungsriten bringen uns auf eine geführte Reise, deren Pfade schon durch diejenigen, die vor uns gegangen sind, gut erprobt sind. Die Reise endet im Ziel aller spirituellen Systeme: Der Einheit mit dem Göttlichen. Wicca fördert die spirituelle Entwicklung ihrer Anhänger durch die Ausübung meditativer Techniken und durch Anrufung des Göttlichen, das sich möglicherweise während der Riten im Priester oder der Priesterin verkörpert. Durch die Anrufung können wir einen tieferen Bewußtseinszustand erlangen, in dem wir die Einheit mit dem Göttlichen erfahren. Diese Form wird oft als „Hohe Magie“ bezeichnet, und kann als Yoga des Westens betrachtet werden. Im Wicca ist jede Hexe eine Priesterin oder ein Priester. Sie wird ermutigt, in sich selbst eine spirituelle Weisheit zu entwickeln, die es ihr möglich macht, die universelle Kraft zu begreifen und zu verstehen. Durch die Ausübung magischer Künste lassen wir unseren individuellen Geist erwachen, den sog. „oberen Teil“ unserer Seele. Dies ist ein natürliches Geburtsrecht eines jeden Menschen. Dadurch verschaffen wir uns die Möglichkeit unser Bewußtsein zu entwickeln und für die tieferen Naturmysterien zu erweitern. Magische Utensilien Eine Hexe benutzt „magische Utensilien“ oder rituelle Werkzeuge um eine Stimmung oder Atmosphäre zu bereiten, die die Seele in einen Zustand führt, der für die Arbeit im magischen Kreis notwendig ist. Die Utensilien sind ein Teil des Symbolsystems, das unter den Mitgliedern der Gruppe abgesprochen ist. Diese Symbole führen die Mitglieder in eine Reise durch unbekannte Welten. Der Sinn eines Symbolsystems, das wie ein Landkarte funktioniert, ist willkürlich und nicht vollkommen. Es soll ein Führer zu einem Zustand sein, der unaussprechlich ist. Man kann sich diesem Zustand am einfachsten durch Dichtkunst oder „starlight vision“ (Sternengucken) nähern. Die wichtigsten Symbole sind die Werkzeuge, die die vier Elemente repräsentieren: Erde, Luft, Feuer und Wasser Das Pentake, eine Scheibe, oft aus einer bestimmten Metallsorte oder aus Holz angefertigt, wird gebraucht um das Element Erde und seine Eigenschaften zu symbolisieren: Stabilität, materieller Wohlstand und praktische Angelegenheiten. Ein kleiner Teller mit Salz oder Erde kann denselben Dienst leisten. Das Weihrauchgefäß mit Weihrauch, eine Glocke, oder ein Schwert symbolisieren das Element Luft mit seinen Eigenschaften: Kommunikation, Scharfsinn und Verständnis. Die Kerze oder der Stab Symbolisieren das Element Feuer mit den Eigenschaften: Vitalität, Änderung und Energie. Ein Kelch mit Wasser Ist das Wasserelement und seine Eigenschaften: Reinigung, Wiederbelebung und Liebe. Anderen Traditionen wichtige Symbole, sind der Kessel: Ein Symbol für die Schöpfung und die Göttin, der Besen, der zur Reinigung der geweihten Orte dient, sowie die Stange, ein Stab in der Form einer Gabel, der den Gehörnten Gott repräsentiert. |