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Die Rituale und Gebräuche im Wicca dienen nicht nur dazu, mit dem Göttlichen in der Natur in Kontakt zu treten, sondern sind auch ein Mittel, um mit dem Göttlichen in uns selbst in Kontakt zu treten und unsere Seele zu begreifen. Der Sinn der Rituale liegt nicht nur in seiner äußeren Form, sondern in der inneren Symbolik und Bedeutung.

Eines der Vorzüge des Wicca ist der, daß es uns enthüllt, was Jung das "göttliche Drama der Archetypen", das heißt die Mythische Welt nennt. Die Jahreszeitenrituale, die Initiation (Einweihung) und sogar der einfache magische Kreis, in dem wir im Wicca arbeiten, projizieren das, was im Unbewussten geschieht nach außen, und erlauben uns, es zu sehen, zu verstehen, anzuwenden und so uns selbst weiterzuentwickeln.

Wicca ist keine Serie dogmatischer Vorschriften oder Überzeugungen, die durch eine sich selbst hochhaltende hierarchische Bürokratie bestimmt wird. Eher neigen wir zu der Annahme, daß jeder von uns die Anlage besitzt, zum Mysterium zu streben und das Leben - die unaussprechliche Einheit mit dem Leben und der Lebenskraft zu erfahren!

Die jenigen, die diese Transzendenz erfahren wollen, müssen schöpferisch daran arbeiten ihre persönliche Religiosität zu leben. Darum treffen sich Hexen regelmäßig in kleinen Gruppen, Coven genannt. Hier wird jedem Einzelnen, innerhalb der abgesprochenen Gruppenstruktur, die Möglichkeit gegeben die Bestrebungen der Gruppe aktiv zu unterstützen.

Es gibt verschiedene Traditionen in der Hexenkunst. Manche Traditionen werden in bestimmten Familien von Generation zu Generation überliefert. Andere Traditionen sind moderne Interpretationen der alten Tradition. Einige Traditionen lassen sich von den vorchristlichen Religionen bestimmter ethnischer Gruppen inspirieren (Kelten, Germanen, Goten, Finnen u.s.w.), andere finden ihre Inspiration in den Werken moderner Hexen: Gerald Gardner, Alex Sanders, Doreen Valiente, Starhawk. Wieder andere kommen durch ihre innere Suche nach sich selbst zum Wicca.

In letzter Zeit haben viele Frauen ihren Weg zu Wicca gefunden. In ihrer Rolle als Priesterin sind sie ein Gegengift zu den von Männern bestimmten bestehenden Weltreligionen.

Die meisten Wicca-Traditionen konzentrieren sich auf die Zusammenarbeit mit anderen in einer kleinen Gruppe, dem Coven, der aus höchstens 13 Mitgliedern besteht. Allerdings gehört längst nicht jeder, der sich mit der Hexenkunst beschäftigt, einer Gruppe an. Einige ziehen es vor, ihren eigenen Weg zu gehen und sich ihre Inspiration aus publizierten Quellen und aus sich selbst heraus zu holen.

Awitch alone? (auf deutsch: Das geheime Wissen der Hexen.) von Marian Green, einer bekannten Autorin in der Hexenkunst, beschreibt uns die Freuden und Schwierigkeiten des Einzelwegs:

Der Einzelweg ist ein traditioneller Weg, der in die Fußstapfen des Orakels, des Eremiten, des Schamanen oder des Druidenpriesters tritt. Es kann sein, daß selbst die jenigen, die die Möglichkeit haben mit einer Gruppe zusammen Feste und Heilungsrituale zu teilen, lieber ihre eigene, persönliche spirituelle Dimension entwickeln, um dadurch Selbstbewusstsein und Kraft zu gewinnen. Dieses nutzen sie dann sowohl als Individuum als auch in ihrer Rolle des Covenmitglieds.

Jedoch ist der Einzelweg jeder Tradition hart, und der Weg der durch die Welten der Hexenkunst führt, ist möglicherweise sogar noch härter: Er hat mit unantastbaren Dingen zu tun, mit "inneren Welten" mit Göttinnen und Göttern und mit alten Mythen und Magie... Anfänger werden sich daran gewöhnen müssen, sich mit der Vergangenheit und der Zukunft auseinander zusetzen, und sich auf ein neues Feiertagemuster und ihren eigenen Gezeiten anzupassen.

Die verschiedenen Traditionen in der Hexenkunst besitzen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Zu welcher Tradition sich eine Hexe auch bekennen mag, alle sind vereint in der Auffassung, daß das Göttliche in der Natur verkörpert ist; eine Vorstellung die alle verehren und versuchen tiefer zu durchdringen.